Heiserkeiten sind bei Atemwegsinfektionen nicht selten. Jedoch sollte jede über sechs Wochen anhaltende oder wiederkehrende Heiserkeit und jeder darüber hinaus bestehende Husten (insbesondere mit eitrigem oder blutigem Auswurf) durch Ihren ORL-Arzt oder Ihre ORL-Ärztin überprüft werden. Für „eingefleischte“ Raucher sollte eine jährliche Routinekontrolle selbstverständlich sein – sie braucht nur rund zehn Minuten!

Kleine Kehlkopfkarzinome (vgl. Bild links – *) sind in über 95% der Fälle komplett zu entfernen und damit auszuheilen, wenn sie nur rechtzeitig entdeckt werden! Mittels einer sogenannten Mikrolaryngoskopie sind die Stimmlippen in Vollnarkose zugänglich. So können kleine Veränderungen mit Mikroinstrumentarium schonend und vollständig entfernt werden. Ähnliches gilt für kleine Tumoren der Luftröhre und ihrer Äste.

 

Auch das Klossgefühl („Krot im Hals“ / sog. Globus pharyngis / Globusgefühl) und Schluckirritationen (sog. Dysphagie) können mit Heiserkeit einhergehen. Was weniger bekannt ist: bei rund 2/3 aller Patienten nach Schlaganfall bestehen Schluckstörungen, die ggf. rehabilitativ behandelt werden sollten. Weiterhin nimmt man an, dass bei rund einem Drittel der über 60-Jährigen spontan eine Undichtigkeit am Mageneingang (sog. Hiatushernie / Refluxösophagitis) vorliegt, die typischerweise über einen Speiseröhrenrückfluss zu Globusgefühl und Hustenanfällen führt.

 

Insgesamt muss das Ursachenspektrum differenziert betrachtet werden. Neben der üblichen Kehlkopfendoskopie sind diagnostisch häufig weitere Verfahren wie der Ultraschall des Halses, die Magnetresonanz- oder Computertomographie, die Hochfrequenz-Schluckaufzeichnung (sog. VFSS) oder eine Magen- und Speiseröhrenspiegelung sowie Aufzeichnungen der pH-Werte notwendig.