Prick-Test zur Ermittlung von Allergien.
Prick-Test zur Ermittlung von allergischen Reaktionen auf der Haut.

Die Häufigkeit allergischer Erkrankungen hat sich weltweit in den letzten 30 Jahren mehr als verdoppelt. Neben der Umweltbelastung dürfte auch der Klimawandel ein Grund für die Zunahme von Allergien insbesondere gegen harmlose Baum- und Gräserpollen als Allergieauslöser sein. Über die Nasenschleimhaut nehmen die Pollen den ersten Körperkontakt auf. Höhere Temperaturen führen nicht nur zu längeren und frühzeitigeren Blühphasen. Auch importierte, aggressive Pollensorten wie die der Ambrosia-Pflanze oder die Olive können starke allergischen Reaktionen auslösen.

Nach der International Study of Asthma and Allergies in Childhood (ISAAC) von 2006 leiden 6,9 Prozent der Sechs- bis Siebenjährigen und 15 Prozent der 13- bis 14-jährigen Jugendlichen an Heuschnupfen. Bei etwa der Hälfte der Heuschnupfenerkrankten sind Gräserpollen die Allergieauslöser. Niesreiz, Augenjucken oder gar Atemnot gehören zu den häufigsten Symptomen eines allergischen Schnupfens, der sog. allergischen Rhinitis. Wie wichtig es ist, den Spezialarzt aufzusuchen, zeigen medizinische Studien: mehr als ein Drittel der Heuschnupfen-Patienten werden durchschnittlich nach 8,2 Jahren zu Asthmatikern. Der Grund: Die allergischen Reaktionsmuster verlagern sich von der Nase hin zu den Bronchien. Und dieser sogenannte Etagenwechsel sorgt bei den Betroffenen für einen lebenslangen Leidensweg mit der Diagnose: chronisches Asthma bronchiale.

Das A und O bei einer allergischen Erkrankung ist daher der Besuch bei einem Allergie-Spezialisten. Eine frühzeitige Diagnostik ist notwendig, um gezielt eine individuelle Therapie einleiten zu können. Am Anfang stehen Provokationstests wie der sog. Prick-Test (vgl. Bild) und Labornachweise von Antikörpern gegen Umweltallergene (sog. RAST). Eine kausale Therapie verhindert eine „Asthmatikerkarriere“. In der Praxis werden Allergietests auf alle einschlägigen Inhalationsallergene und auch Behandlungen wie die spezifische Immuntherapie sublingual (SLIT) und subcutan (SCIT) durchgeführt.